"Ich werde Feuerwehrmann!"

Tagtäglich schreiben wir. Notizen, Briefe, Ideen – all diese fixen Gedanken halten wir fest. Und jedes mal, wenn wir das machen, fühlen wir etwas. Dieses Gefühl ist jedoch nicht immer das gleiche. Je nachdem, ob wir etwas eintippen oder ob wir handschriftlich auf Papier schreiben, fühlen wir anders. Wobei das handschriftliche sehr viel erhabener zu sein scheint. Ich erkläre es mir so:

Beim handschriftlichen Schreiben drückt man nicht auf gleichförmigen Knöpfen herum, sondern spürt, was man schreibt, und was geschrieben ist, kann man nicht so einfach entfernen. So kommt es, dass man gewissermaßen die Evolution des Textes erlebt, dass man nicht nur die letzte Stufe, das Endprodukt, sieht, sondern den kompletten Evolutionsbaum mit all seinen Fehlern und Sackgassen. Außerdem sehen im Handschriftlichen die Buchstaben nicht immer absolut gleich aus, sondern unterscheiden sich von Buchstabe von Buchstabe voneinander, sodass jeder Buchstabe einzigartig wird.

Wir geben dem Text somit eine Seele, eine Persönlichkeit, was auf keinem anderen Weg als dem der handschriftlichen Niederschrift möglich ist.

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Totenstille. Über 130 Jugendliche und junge Erwachsene sitzen in der großen Turnhalle an Einzeltischen, die mehrere Meter voneinander weg stehen. Was ist passiert?

Die Antwort ist ganz einfach: Sie schreiben Abitur. An sich nichts besonderes, aber dieses Jahr ist etwas anders. „Sie“ sind nämlich die Schüler der Q12, und sie schreiben das erste G8-Abitur in Bayern. Das bedeutet für sie insgesamt fünf Abiturprüfungen, zwei mündlich und drei schriftlich, wobei Mathematik und Deutsch für alle als schriftliche Abiturfächer vorgeschrieben sind und auch die restlichen drei Abiturfächer nach bestimmten Vorgaben gewählt werden müssen. Beziehungsweise: mussten. Schließlich schreiben sie ja schon.

Warum ich darüber schreibe? Ganz einfach: unter diesen über 130 Schülern befindet sich ein Abiturient, den ihr alle höchstwahrscheinlich kennen werdet: ich!

Ja, ihr habt richtig gelesen: ich schreibe Abitur. Und zwar kein normales Abitur wie es sie schon seit Dutzenden von Jahren gab, sondern eben jenes besagte erste G8-Abitur in Bayern.

Die ersten beiden Prüfungen hab ich schon hinter mir. Beziehungsweise: es waren sogar drei! Denn wenn man Englisch als drittes, schriftliches Abiturfach wählt, muss man noch vor den eigentlichen Abiturprüfungen eine mündliche Prüfung machen, sprich eine Diskussion auf Englisch führen, die dann in das eigentliche Prüfungsergebnis einfließt. Das gleiche gilt auch für alle anderen modernen Fremdsprachen.  So gesehen fiel für mich der Startschuss für’s Abitur am Freitag, den 6. Mai.

Genau eine Woche später, nämlich am Freitag, den 13. Mai, fanden dann in ganz Bayern die schriftlichen Abiturprüfungen im Fach Deutsch statt. Warum das Ministerium diese Prüfung aber ausgerechnet auf einen Freitag, den 13. legen musste, wird uns wahrscheinlich immer ein Rätsel bleiben. Ob wohl die Floskel „Nomen est Omen“ zutreffen wird? Hat sich das Ministerium damit vielleicht selber ein Bein gestellt? Schließlich muss dieser Abiturjahrgang ja beweisen, dass das G8 auch wirklich bessere Leistungen hervorbringt als das G9! Naja, wir werden es sehen.

Die zweite Schriftliche Prüfung, nämlich die der dritten schriftlichen Abiturfaches, fand am Dienstag, den 17. Mai, statt. Also heute. Und wer gut aufgepasst hat, weiß schon seit über einen Absatz, dass es in meinem Fall Englisch war.

Eine der Aufgaben hat hierbei mein besonderes Interesse geweckt. Wir sollten doch tatsächlich einen Blogeintrag zu einem bestimmten Thema schreiben! Natürlich vorausgesetzt, man hat diese Aufgabe als die zu bearbeitende ausgewählt, schließlich konnte man sich zwischen dieser und drei anderen Aufgaben entscheiden.

Um es kurz zu machen: ich habe heute vier Premieren gehabt:

  1. ich hab meine erste (und hoffentlich auch letzte) schriftliche Abiturprüfung in Englisch geschrieben,
  2. ich hab meinen ersten Blogeintrag nur auf dem Papier, also quasi „offline“, „veröffentlicht“,
  3. ich hab meinen ersten Blogeintrag auf Englisch verfasst, und
  4. ich hab meinen ersten englischsprachigen, nur auf Papier „veröffentlichten“ Blogeintrag verfasst.

Alles in allem also ein recht erfolgreicher Tag. Und dass am Freitag, den 20. Mai, die schriftliche Mathe-, am Donnerstag, den 26. Mai, die mündliche Wirtschafts- und Rechtslehren-, und am Montag, den 30. Mai, schließlich die mündliche Physik-Abiturprüfung anstehen, will ich an dieser Stelle mal versuchen zu verdrängen. 😉

Neu: Feedback

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, gibt es eine neue Seite auf meinem Blog, nämlich die Seite „Feedback„. (Die, die es noch nicht gemerkt haben sollten mal einen genaueren Blick auf die Ecke oben rechts werfen, neben dem „Grisu bloggt“! 😉 )

Die Seite Feedback ist zum einen dafür gedacht, dass ihr dort eure Meinugen und Kommentare zum Blog an sich hinterlassen könnt, und zum anderen dafür, dass ihr mir dort Vorschläge hinterlassen könnt, worüber ich schreiben könnte, bzw. damit ihr mir sagt, welche Themen ihr mal gerne auf meinem Blog sehen würdet, weil: Ich schreibe nur so wenig, weil ich nicht weiß, worüber ich schreiben soll!

Ich bin also gewissermaßen auch auf euer Feedback angewiesen. Macht deshalb bitte auch reichlich Gebrauch von der Seite, damit sich der Blog schneller füllt! 😉

Das soll’s für’s Erste wieder von mir gewesen sein.

Gruß,

 

Grisu

Das jahr 2010 neigt sich dem Ende entgegen. Und was ist immer kurz vor Jahresschluss? Genau, Weihnachten!

Und deshalb wünsche ich allen Besuchern frohe Weihnachten und schonmal vorsorglich (ich weiß ja nicht, ob ich an Silvester was blogge) einen guten Rutsch (aber bitte nicht auf den Straßen).

Als ein kleines Weihnachtsgeschenk gibt es von mir eine kleine Adventsgeschichte für euch, die ich hier gefunden hab:

Der Apfent – Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Der Apfent ist die schönste Zeit vom Winter.
Die meisten Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber.
Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung und man schreibt siw mit K.

Drei Wochen bevor das Christkindl kommt stellt Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen mithelfen.

Viele Krippen sind langweilig, aber die unsere nicht, weil wir haben mords tolle Figuren drin. Ich habe einmal den Josef und das Christkindl auf den Ofen gestellt damit sie es schön warm haben und es war ihnen zu heiß. Das Christkindl ist schwarz geworden und den Josef hat es auf lauter Trümmer zerrissen. Ein Fuß von ihm ist bis in den Platzlteig geflogen und es war kein schöner Anblick. Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor meiner Blödheit sicher sind.
Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut es nicht gut aus. Aber ich habe gottseidank viele Figuren in meiner Spielzeugkiste und der Josef ist jetzt der Donald Duck. Als Christkindl wollte ich den Asterix nehmen, weil der ist als einziger so klein, dass er in den Futtertrog gepasst hätte. Da hat meine Mama gesagt, man kann doch als Christkindl keinen Asterix hernehmen, da ist ja das verbrannte Christkindl noch besser. Es ist zwar schwarz, aber immerhin ein Christkindl.
Hinter dem Christkindl stehen zwei Oxen, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Brontosaurier habe ich hineingestellt, weil der Ox und der Esel waren zu langweilig.

Links neben dem Stall kommen gerade die heiligen drei Könige daher.

Ein König ist dem Papa im letzten Apfent beim Putzen heruntergefallen und war dodal hin. Jetzt haben wir nur mehr zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz.
Normal haben die heiligen drei Könige einen Haufen Zeug für das Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich.

Von den unseren hat einer anstatt Gold ein Kaugummipapierl dabei, das glänzt auch schön. Der andere hat eine Marlboro in der Hand, weil wie keinen Weihrauch haben. Aber die Marlboro raucht auch schön wenn man sie anzündet. Der heilige Batman hat eine Pistole dabei. Das ist zwar kein Geschenk für das Christkindl, aber damit kann er es vor dem Saurier beschützen.
Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein kasiger Engel. Dem Engel ist ein Fuß abgebrochen, darum haben wir ihn auf ein Motorrad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Motorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt.

Rechts neben dem Stell haben wir ein Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Weizen für die Oma dabei. Einen Wolf haben wir nicht, darum lurt hinter dem Baum ein Bummerl als Ersatzwolf hervor.

Mehr steht in unserer Krippe nicht, aber das reicht voll. Am Abend schalten wir die Lampen an und dann ist unsere Krippe erst so richtig schön. Wir sitzen herum und singen Lieder vom Apfent. Manche gefallen mir aber die meisten sind mir zu lusert.
Mein Opa hat mir ein Gedicht vom Apfent gelernt und das gehr so:
„Apfent, Apfent, der Bärwurz(Schnaps) brennt. Erst trinkst oan, dann zwoa, drei, vier, dann hauts de mit deim Hirn an d`Tür.“ Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat die Mama gesagt, dass ich mir es nicht merken darf.

Im Apfent wird auch gebastelt. Wir haben eine große Schüssel voll Nüsse und eine kleine mit Goldstaub. Darin wälzen wir die Nüsse bis sie golden sind, das Christkindl hängt sie später an den Christbaum. Man darf nicht fest schnaufen weil der Goldstaub ist dodal leicht und fliegt herum, wenn man hinschnauft. Einmal habe ich vorher in den Goldstaub ein Niespulver hineingetan und wie mein Vater die erste Nuss darin gewälzt hat, tat er einen Nieserer, dass es ihn gerissen hat und sein Gesicht war goldern und die Nuss nicht. Mama hat ihn geschimpft, weil er keine Beherrschung hat und sie hat gesagt, er stellt sich dümmer an als ein Kind. Meinem Vater war es recht zuwider und er hat nicht mehr mitgetan. Er hat gesagt, dass mit dem Goldstaub irgendetwas nicht stimmt, und Mama hat gesagt, dass höchstens bei ihm etwas nicht stimmt. Ich habe mich sehr gefreut, weil es war insgesamt ein lustiger Apfentsabend.

Kurz vor Weihnachten müssen wir unser Wunschzettel schreiben. Meine Schwester wünscht sich meistens Puppen oder sonst ein Klump. Ich schreibe vorsichtshalber mehr Sachen auf und zum Schluss schreibe ich dem Christkindl, es soll einfach soviel kaufen bis das Geld ausgeht. Meine Mama sagt, das ist eine Unverschämtheit und irgendwann bringt mir das Christkindl gar nichts mehr, weil ich nicht bescheiden bin. Aber bis jetzt habe ich immer etwas gekriegt. Wenn ich groß bin und ein Geld verdiene, dann kaufe ich mir selber etwas und bin überhaupt nicht bescheiden. Dann kann sich das Christkindl von mir aus ärgern, weil dann ist es mir wurscht.

Bis man schaut ist der Apfent vorbei und Weihnachten auch und mit dem Jahr geht es dahin. Die Geschenke sind ausgepackt und man kriegt bis Ostern nichts mehr, höchstens, wenn man vorher Geburtstag hat.

Aber eins ist gwies: der Apfent kommt wieder.

Quelle: Unbekannt, aber aus Bayern

Wie ihr bestimmt, nein, garantiert mirbekommen habt, habe ich einige meiner letzten Posts als „Gedicht“ bezeichnet.

Auch wenn es nicht so aussieht, aber man kann die wirklich und ohne all zu schlechtes Gewissen als Gedichte bezeichnen, weil in der heutigen Zeit der Begriff „Gedicht“ sehr dehnbar ist: es gibt immer garantiert eine literarische Strömung, in die sie reinpassen.

Die Gedichte an sich sollen die titelgebenden Sachen charakterisieren, bzw. in geschriebener Form darstellen. Ich hoffe, dass mir das auch gelungen ist und dass euch die Gedichte zum Schmunzeln, vielleicht sogar zum Nachdenken gebracht haben.

 

Viele Grüße,

 

Grisu

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